»My subject is War, and the pity of War. The Poetry is in the pity…  All a poet can do today is warn.«
»Mein Thema ist der Krieg und das Leid des Krieges. Die Poesie liegt im Leid…  Alles, was ein Dichter heute tun kann, ist: warnen.«

Benjamin Britten nutzte diese Worte von Wilfred Owen als Vorspruch zur Partitur des 'War Requiem'. Die Uraufführung fand 1962 in der wiedererrichten Kathedrale von Coventry statt. Der Vorgangerbau war 1940 bei einem deutschen Luftangriff zerstört worden. Die Erinnerung daran war noch frisch, als die Musik der Trauer und dem Leid Ausdruck verlieh – und sich darüber ein Zeichen der Versöhnung erhob.

Syrien, Ukraine, Afghanistan, Irak, Nigeria, Somalia, Jemen: Im Jahr 2014 starben weltweit bis zu 220.000 Menschen direkt an Kampfhandlungen. Rund 5 der 7,3 Milliarden Menschen auf der Erde leben in Staaten mit bewaffneten Konflikten. Inhalt und Botschaft des 'War Requiem' haben wieder bedrückende Aktualität erlangt. Daher hat sich um die Aufführung herum in Kooperation mit Kulturvereinen und Kirchen der Themenschwerpunkt 'Nie wieder!' entwickelt. In Musik, Wort und Bild soll die Vergangenheit im Bewusstsein gehalten, die Gegenwart reflektiert und die Hoffnung formuliert werden: dass eines Tages ein Requiem auf den Krieg erklingen wird, ein endgültiger Abgesang auf Leid und Furcht. Und, dass es sich für diesen Menschheitstraum zu jeder Zeit und an jedem Ort einzutreten lohnt.